Mit dem Projekt KIBAD (KI-gestützte Batteriedatenanalyse) ist Anfang März ein spannendes Vorhaben gestartet, das wir aktiv begleiten. Gemeinsam mit TechProtect und der Hochschule Konstanz arbeiten wir daran, die Nutzung von Batteriedaten auf ein neues Level zu heben – mit dem Ziel, Second-Life-Anwendungen und die Kreislaufwirtschaft nachhaltig zu stärken.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert und durch die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH als Projektträger betreut.
Ein gemeinsamer Start in Holzgerlingen
Der offizielle Projektstart war am 1. März 2026. Zusammen mit der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Johannes Reuter sowie dem Industriepartner TechProtect (Armin Kienle) arbeiten wir in den kommenden zwei Jahren an der Entwicklung einer KI-gestützten Plattform.
Für uns war der Termin ein wichtiger erster Schritt: Neben dem persönlichen Kennenlernen stand vor allem die gemeinsame Ausrichtung im Fokus.
Ergänzt wird das Projekt durch weitere Beteiligte aus Praxis und Forschung, darunter Anja Leskovjan, Taige Yang, Zekeriya Akgun und die Salama Akli-Bichowski sowie Studierende der Hochschule, die die Umsetzung und Forschung aktiv unterstützen.
Schnell wurde klar, dass hier unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen – mit einem gemeinsamen Ziel: Batteriedaten besser nutzbar zu machen.
Warum Batteriedaten so entscheidend sind
In vielen Projekten sehen wir, dass das Potenzial von Batteriedaten noch lange nicht ausgeschöpft ist. Genau hier setzt KIBAD an.
Die Idee: Eine Plattform, die reale Felddaten als auch Testdaten von Batteriezellen nutzt, um über Algorithmen immer fundiertere Ergebnisse für Datenblätter der Batteriezellen zu ermöglichen. Mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen werden beispielsweise Ladezyklen, Kapazitätsverluste und thermische Einflüsse analysiert und mit zunehmenden Datenvolumen verfeinert.
Das Ergebnis:
- realistische Prognosen zur Restlebensdauer
- fundierte Bewertung der Zelle (State of Health=SOH)
- Entscheidung für Recycling oder Weiterverwendung
- Datenblatt zur Zweitnutzung der Batteriezelle
Von isolierten Daten zu echten Lösungen
Was KIBAD besonders spannend macht, ist der Fokus auf offene und interoperable Datenstrukturen. Statt isolierter Insellösungen soll eine Infrastruktur entstehen, die von verschiedenen Akteuren genutzt werden kann: vom Hersteller bis zum Recycler.
Gerade im Kontext steigender regulatorischer Anforderungen wird das immer wichtiger. Denn ohne belastbare Daten wird es zunehmend schwierig, Compliance nicht nur sicherzustellen, sondern auch effizient umzusetzen. Ziel ist es dabei nicht nur, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, sondern diese durch datenbasierte Ansätze aktiv zu übertreffen und neue Standards für gebrauchte Batteriezelle zu setzen.
Unser Blick auf das Projekt
Für uns ist KIBAD mehr als ein Forschungsprojekt. Es ist ein konkreter Schritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft die Wiederverwendung statt Recycling durch Datenanalyse ermöglicht, um damit auf der Stufe auf der Abfallhierarchie nach oben zu verschieben (Reduce – Reuse – Recycle – Disposal).
Wir bringen dabei unsere Perspektive aus der Praxis ein – insbesondere an der Schnittstelle von Regulierung, Daten und operativer Umsetzung. Die Hochschule Konstanz bringt dabei ihre Kompetenz im Bereich Forschung und Fuzzy-Algorithmen mit ein. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technologisch funktionieren, sondern auch im Markt anwendbar sind.
Das Projekt läuft bis Februar 2028. Wir werden die Entwicklung regelmäßig begleiten und Einblicke teilen: vom Kick-off über erste Ergebnisse bis hin zu konkreten Anwendungsfällen.