Eine Konformitätserklärung ist schnell erstellt. Kritisch wird es in dem Moment, in dem für eine konkrete Verpackung nachvollziehbar sein muss, worauf diese Erklärung tatsächlich basiert. Welche Verpackung ist gemeint? Welche Komponenten gehören dazu? Welche technischen Nachweise belegen ihre Konformität? Wenn diese Zuordnung nicht eindeutig funktioniert, hilft auch eine formal vorhandene Declaration of Conformity (DoC) nicht weiter.
Mit der PPWR wird genau diese Nachweisfähigkeit zur praktischen Aufgabe. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Haben wir eine DoC?“ Sondern: „Können wir für jede relevante Verpackung eindeutig und belastbar zeigen, warum sie konform ist?“
Die Verpackung muss eindeutig identifizierbar sein
Die PPWR sieht vor, dass Hersteller vor dem Inverkehrbringen das vorgeschriebene Konformitätsbewertungsverfahren durchführen und die technische Dokumentation erstellen. Mit der EU-Konformitätserklärung übernimmt der Hersteller die Verantwortung dafür, dass die betreffende Verpackung die einschlägigen Anforderungen erfüllt.
Entscheidend ist dabei der Bezug zur konkreten Verpackung. Das in Anhang VIII der PPWR vorgesehene Muster verlangt unter anderem eine eindeutige Identifikation der Verpackung sowie eine Beschreibung des Gegenstands der Erklärung, die seine Rückverfolgbarkeit ermöglicht.
Damit wird deutlich: Eine DoC sollte nicht einfach als allgemeine Unternehmenserklärung verstanden werden. Sie muss nachvollziehbar mit den Verpackungen verbunden sein, deren Konformität erklärt wird.
Primär-, Sekundär- und Transportverpackung: Wo beginnt eine neue Betrachtung?
In der Praxis bestehen Verpackungslösungen häufig aus mehreren Ebenen. Ein Produkt befindet sich beispielsweise in einer Primärverpackung, mehrere Produkte werden in einer Sekundärverpackung gebündelt und anschließend für den Transport zusätzlich verpackt. Diese Ebenen können sich hinsichtlich Materials, Aufbau, Funktion und regulatorisch relevanter Eigenschaften deutlich unterscheiden. Deshalb sollte die erste Frage nicht lauten: „Wie viele DoCs brauchen wir?“ Sondern:
Welche Verpackungseinheiten haben wir überhaupt und welche davon können sinnvoll und nachvollziehbar gemeinsam bewertet werden?
Ein pauschaler Ansatz kann schnell problematisch werden. Werden sehr unterschiedliche Verpackungen unter einer einzigen Erklärung zusammengefasst, muss trotzdem eindeutig nachvollziehbar bleiben, auf welche Verpackungen sich die Erklärung bezieht und auf welcher technischen Dokumentation die Konformität jeweils basiert.
Umgekehrt bedeutet das nicht zwangsläufig, dass für jede minimale Verpackungsvariante automatisch ein vollständig separates Dokument erforderlich sein muss. Entscheidend ist eine belastbare Struktur, mit der Verpackungen eindeutig identifiziert und die zugrunde liegenden Nachweise zugeordnet werden können.
Das eigentliche Projekt beginnt bei den Verpackungsdaten
Für Unternehmen mit umfangreichen Portfolios wird die DoC deshalb schnell zu einer Daten- und Prozessfrage.
- Welche Verpackungen befinden sich im Portfolio?
- Welche Materialien werden eingesetzt?
- Welche Komponenten gehören zu welcher Verpackung?
- Welche technischen Nachweise liegen vor?
- Welche Verpackungen unterscheiden sich tatsächlich regulatorisch voneinander?
Wer diese Informationen bislang über Produktdatenbanken, Lieferantendokumente, Excel-Listen und verschiedene Unternehmensbereiche verteilt verwaltet, muss sie für die PPWR systematisch zusammenführen.
Dabei lohnt es sich, Verpackungen nicht isoliert zu betrachten. Eine strukturierte Verpackungsdatenbasis kann später auch für weitere regulatorische Aufgaben relevant werden, beispielsweise für EPR-Mengenmeldungen oder die Berechnung finanzieller Beiträge.
Der richtige Startpunkt: Packaging Mapping
Vor der Erstellung von Konformitätserklärungen empfiehlt sich daher ein Packaging Mapping. Unternehmen sollten zunächst ihr Verpackungsportfolio erfassen, Verpackungsebenen und -komponenten identifizieren und anschließend festlegen, wie technische Dokumentation und Konformitätserklärungen miteinander verknüpft werden.
Das reduziert nicht nur das Risiko unvollständiger Erklärungen. Es verhindert auch, dass später für unterschiedliche Compliance-Prozesse immer wieder dieselben Verpackungsinformationen neu erhoben werden müssen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Brauchen wir eine oder mehrere DoCs?“ Sie lautet vielmehr: „Können wir für jede relevante Verpackung nachvollziehbar belegen, warum sie konform ist?“
Im nächsten Beitrag gehen wir einen Schritt weiter:
- Welche Inhalte gehören tatsächlich in eine vollständige DoC
- Wo entstehen in der Praxis typische Lücken
- Wie lässt sich sicherstellen, dass technische Nachweise, Verpackungsdaten und Erklärung konsistent zusammenpassen?
Genau dafür sorgen 1cc und TechProtect: 1cc übersetzt die PPWR-Anforderungen in klare Vorgaben für Konformitätsbewertung und Dokumentation. TechProtect bringt Verpackungsinformationen und Nachweise in eine belastbare operative Struktur. Das Ergebnis: Sie können für jede relevante Verpackung nachvollziehbar belegen, warum sie konform ist – ohne die benötigten Informationen für jeden Compliance-Prozess neu zusammensuchen zu müssen.
Wir prüfen für Sie, ob Ihre DoC-Struktur belastbar ist, identifizieren konkrete Lücken und sorgen dafür, dass Verpackungsdaten, technische Nachweise und Konformitätserklärungen eindeutig zusammenpassen. Sprechen Sie uns an.